Norwegen Rundreise: Die perfekte Route für 2 Wochen
- 31. Juli
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Zwei Wochen Norwegen. Klingt nach viel Zeit, ist es aber nicht, sobald man auf die Karte schaut. Norwegen ist riesig, und die grosse Frage, an der die meisten hängen bleiben, lautet: Fjorde im Süden oder die arktischen Lofoten im Norden? Ehrlich gesagt ist das die falsche Frage. Die richtige lautet: Wie kriege ich beides, ohne die halbe Reise im Auto zu sitzen.

Und genau dafür ist diese Route gebaut. Eine Woche die spektakulärsten Fjorde, dann ein kurzer Inlandsflug, und die zweite Woche die Lofoten. Das ist das Norwegen aus den Träumen, in einem Guss, aber mit genug Luft, dass es sich nicht wie eine Hetzjagd anfühlt (weil eine Reise, auf der du nur Stationen abhakst, keine schöne Reise ist).
Zwei Dinge gleich vorweg, damit wir ehrlich starten: Das hier ist eine Sommer-Route, gedacht für etwa Ende Mai bis September, wenn die Strassen offen und die Tage endlos sind. Und Bergen bis Lofoten fährst du in diesem Zeitrahmen nicht mit dem Auto (das sind weit über 1500 Kilometer, die euch Tage kosten würden). Deshalb der Inlandsflug. Aber mehr dazu weiter unten.
Und hier geht's zu meinem kompletten Norwegen Guide: Norwegen Reise planen: Mein kompletter Guide als Reiseberaterin
Die Route auf einen Blick: Norwegen Rundreise in 2 Wochen
Der Ablauf, damit du sofort ein Gefühl bekommst:
Bergen (2 bis 3 Nächte) als Tor zu den Fjorden
Sognefjord und Näröyfjord, Basis in der Region Flåm oder Aurland (2 bis 3 Nächte)
Geirangerfjord und Ålesund (2 Nächte)
Inlandsflug in den Norden (Transfer-Tag)
Lofoten, von Süd nach Ost (5 Nächte)
Heimreise ab dem Norden
Wie du das alles finanziell einordnest, habe ich hier aufgeschlüsselt: Was kostet eine Norwegen-Reise? Ehrliche Kosten einer Reiseberaterin
Etappe 1: Bergen, das Tor zu den Fjorden
Fangt in Bergen an. Die Stadt ist genau die richtige Einstimmung, entspannt, hübsch, überschaubar. Der alte Hafen Bryggen mit den bunten Holzhäusern, der Fischmarkt, ein Käfeli mit Blick aufs Wasser. Nehmt euch hier zwei bis drei Nächte, gerade wenn ihr müde vom Anreisetag seid. Ihr wollt ja nicht direkt am ersten Morgen schon wieder gehetzt weiter (dafür ist der Norden zu schön, um ihn verschlafen anzugehen).
Von hier übernehmt ihr dann euer Mietauto und fahrt in Richtung Fjorde.
Etappe 2: Sognefjord und Näröyfjord
Jetzt wird es zum ersten Mal richtig gross. Der Sognefjord ist der längste und tiefste Fjord Norwegens, und sein Seitenarm, der Näröyfjord, gehört zum UNESCO-Welterbe (und das zu Recht, der ist so schmal und steil, dass einem fast der Atem stockt).
Als Basis eignet sich die Gegend um Flåm oder Aurland. Von hier lohnt sich die berühmte Flåmsbahn, eine der schönsten Bahnstrecken der Welt, die sich durch die Berge schraubt. Und eine ruhige Bootsfahrt in den Näröyfjord ist einer dieser Momente, die einfach bleiben. Plant zwei bis drei Nächte ein, dann habt ihr Zeit, auch mal einfach nur dazusitzen.
Wenn du tiefer in die Fjord-Region eintauchen willst, habe ich das hier ausführlicher beschrieben (und funktioniert noch lange nicht nur für Familien): Familienreise durch Norwegen: Entspannt unterwegs zwischen Fjorden, Bergen und Wikingern

Etappe 3: Geirangerfjord und Ålesund
Weiter geht's zum wohl berühmtesten Fjord überhaupt. Die Fahrt dorthin ist schon Teil des Erlebnisses (die Panoramastrassen hier oben sind spektakulär, plant unbedingt Zeit ein für Fotostopps, ihr werdet andauernd anhalten wollen). Der Geirangerfjord mit seinen Wasserfällen ist der Klassiker, den man einmal gesehen haben muss.
Und dann Ålesund, dieses hübsche Jugendstil-Städtchen am Meer, ein schöner, sanfter Abschluss der Fjord-Woche. Von hier hebt ihr ab in den Norden.
Ein kleiner Richtwert zu den Fahrzeiten auf dieser Strecke: Die Etappen liegen grob bei zwei bis fünf Stunden, aber (und das ist wichtig) in Norwegen sind Fahrzeiten trügerisch. Fähren, schmale Strassen und die vielen Stopps machen aus drei Stunden schnell einen halben Tag. Rechne das grosszügig, ich prüfe die genauen Zeiten und Fährverbindungen für konkrete Reisedaten immer einzeln.
Der Sprung in den Norden
Hier kommt der Teil, den die Do-it-yourself-Planer gern unterschätzen. Von Ålesund fliegt ihr in den Norden, Richtung Lofoten (die Verbindungen laufen meist über einen Umstieg in Trondheim oder Bodø, direkt geht selten). Ein cleverer Kniff, den ich fast immer so lege: Ihr fliegt nach Bergen rein und aus dem Norden wieder raus (ein sogenannter Gabelflug), dann müsst ihr nichts doppelt fahren.
Und noch ein praktisches Detail: Das Mietauto gebt ihr vor dem Flug ab und nehmt im Norden einfach ein neues. Das kostet etwas mehr, spart euch aber die sinnlose Rückfahrt. Genau solche Logistik ist der Teil, den ich meinen Paaren abnehme, weil er nervig ist und man dabei leicht Fehler macht.
Etappe 4: Die Lofoten
Und dann seid ihr da, wo Norwegen fast unwirklich wird. Rote Fischerhütten am Wasser, senkrechte Berge, im Sommer die Mitternachtssonne, die gar nicht untergeht. Fünf Nächte gebe ich den Lofoten, und ich baue sie von Süd nach Ost auf, damit die Reise einen Fluss hat.
Im Süden, rund um Reine und Hamnöy, wartet das Postkarten-Lofoten, das man von jedem Bild kennt. Weiter im Osten, rund um Svolvaer und Henningsvaer, wird es etwas lebendiger, ohne den Zauber zu verlieren.
Wo genau ich euch übernachten lassen würde (und welche Rorbu wirklich am Wasser steht und welche nur auf dem Foto), habe ich hier im Detail aufgeschrieben: Beste Unterkünfte Lofoten: Handverlesen und Boutique.
Und was ihr auf den Inseln nicht verpassen solltet, steht hier: Lofoten Geheimtipps: Cafés, Restaurants und Naturerlebnisse

Heimreise
Und damit kommt eure Norwegen Rundreise für 2 Wochen zu einem Ende. Zurück geht es entspannt ab einem der Flughäfen im Norden (je nachdem, wo eure Route endet), meist wieder über Oslo nach Hause. Wenn ihr mögt, könnt ihr die letzte Nacht auch in Oslo einlegen und die Reise langsam ausklingen lassen, statt am letzten Tag durchzuhetzen.
Sommer oder Winter? Ein ehrliches Wort
Diese Route ist für den Sommer gedacht, und dafür gibt es einen klaren Grund: Nur dann sind die Bergstrassen offen, die Fjorde in voller Pracht und die Tage endlos hell. Im Winter ist Norwegen ebenso magisch, aber es ist eine andere Reise. Dann geht es nicht um Fjord-Rundfahrten, sondern um Polarlichter, Schnee und diese besondere arktische Stille (und einige der Panoramastrassen sind schlicht gesperrt).
Wenn euch also die Nordlichter locken, plant ihr anders, mit Fokus auf den Norden und die dunkle Jahreszeit. Was wann geht, klärt dieser Post: Die beste Reisezeit für Norwegen: Sommer, Winter und mein persönlicher Geheimtipp.
Und wer im Winter kommt, für den sind die Polarlichter das grosse Thema: Die Magie der Polarlichter - wo du Nordlichter am besten sehen kannst
Praktisches, das den Unterschied macht
Bucht die Unterkünfte früh, vor allem die schönen Rorbuer auf den Lofoten. Die guten sind im Sommer Monate im Voraus weg (das meine ich ernst, nicht einfach nur als Verkaufsfloskel).
Rechnet bei den Fahrzeiten grosszügig und plant Fähren und Mautstrecken mit ein, die gehören in Norwegen einfach dazu.
Und legt euch nicht jeden Tag randvoll. Die schönsten Momente auf so einer Reise sind oft die ungeplanten, der Stopp an der Strasse, weil das Licht gerade unglaublich ist. Lasst Platz dafür.
Diese Route ist ein Gerüst, kein Korsett
Ehrlich gesagt ist genau das der Punkt, an dem ich ins Spiel komme. Diese Route zeigt dir, wie zwei Wochen Norwegen wirklich gut funktionieren. Und es ist eine erste Idee, bewusst allgemein gehalten. Aber die Feinheiten (die richtigen Nächte pro Ort, die passenden Häuser für euren Typ, die Flüge, die Fähren, der Mietauto-Wechsel im Norden) sind Puzzleteile, bei denen viel schiefgehen kann, wenn man es zum ersten Mal macht.
Ich mache das nicht zum ersten Mal. Ich baue euch aus diesem Gerüst eine Reise, die zu euch persönlich passt und bei der am Ende alles ineinandergreift, damit ihr euch einfach nur freuen könnt. Wenn ihr das wollt: Schreibt mir kurz, wann ihr reisen möchtet und was euch wichtig ist, und ich melde mich mit einem ersten Vorschlag.
FAQ zu Norwegen Rundreise
Reichen zwei Wochen für eine Norwegen-Rundreise?
Ja, wenn du dich fokussierst. Zwei Wochen reichen gut für die Kombination aus Fjorden und Lofoten, sofern ein Inlandsflug dabei ist. Wer versucht, alles mit dem Auto zu machen, verbringt die Reise auf der Strasse.
Kann man Fjorde und Lofoten in einer Reise verbinden?
Ja, und ich empfehle es sogar. Der Trick ist ein kurzer Inlandsflug zwischen den beiden Regionen, weil die Distanz per Auto zu gross ist. So bekommt ihr beide Gesichter Norwegens in zwei Wochen. Aber nicht für alle Paare macht es Sinn, die beiden Elemente in zwei Wochen unterzubringen. Ich schaue mit euch persönlich an, was am besten aufgeht.
Wann ist die beste Zeit für diese Norwegen Rundreise Route?
Für diese Sommer-Route etwa Ende Mai bis September, wenn Strassen und Fjorde zugänglich und die Tage lang sind. Für eine Winterreise mit Polarlichtern plant man anders, dazu mehr im Post zur besten Reisezeit.
Was kostet eine zweiwöchige Norwegen-Reise?
Das hängt stark von Reisestil und Saison ab. Eine ehrliche Aufschlüsselung in CHF findest du hier: Was kostet eine Norwegenreise? Ehrliche Kosten einer Reiseberaterin



