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Norwegen Fjord-Rundreise: Die perfekte Route für 2 Wochen

31. Juli
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Aug.

Zwei Wochen Norwegen. Klingt nach viel Zeit, ist es aber nicht, sobald man auf die Karte schaut. Norwegen ist riesig, und die grosse Frage, an der die meisten hängen bleiben, lautet: Fjorde im Süden oder die arktischen Lofoten im Norden?

Blick auf Fjord in Norwegen mit grünen Wiesen und Wald im Vordergrund, was sich als gute Kombination mit den Lofoten für Paare eignet
Norwegens Fjorde lassen einen immer wieder staunen.

In diesem Artikel geht es um meine entspannte Zwei-Wochen-Route durch die schönsten Fjorde Norwegens, komplett ohne Inlandsflug. Ich zeige dir Etappe für Etappe, wo ihr Halt macht (von Bergen über den Hardanger- und Sognefjord bis nach Geiranger und Ålesund), wie viele Nächte ich pro Ort empfehle und wo ihr euch bewusst Zeit lassen solltet. Und ich sage dir ehrlich, warum ich die Lofoten für zwei Wochen bewusst weglasse.

Das schreibe ich nicht als Reiseführer von der Stange, sondern als Reiseberaterin, die Norwegen-Reisen für Schweizer Paare plant. Ehrliche Einschätzungen inklusive, auch da, wo andere lieber alles in einen Topf werfen.


Meine ehrliche Antwort als Reiseberaterin: Für zwei Wochen nehmt ihr die Fjorde, und zwar richtig. In Ruhe, ohne Hetze, ohne komplizierte Inlandsflüge. Die Lofoten sind ein Traum (einer meiner grössten sogar), aber für sie würde ich in zwei Wochen keinen Platz erzwingen, und warum, das sage ich dir weiter unten ganz offen. Diese Route bleibt bewusst am Boden. Ihr fahrt, ihr staunt, ihr lasst euch Zeit.


Fjorde pur, entspannt kombiniert, das ist für mich die schönste Art, Norwegen in 2 Wochen zu erleben.


Eine Sache gleich vorweg, damit wir ehrlich starten: Das hier ist eine Sommer-Route, gedacht für etwa Ende Mai bis September, wenn die Strassen offen und die Tage endlos hell sind. Und das Schöne daran: Ihr braucht keinen einzigen Flug mitten in der Reise. Ihr nehmt euer Mietauto in Bergen und gebt es am Ende wieder ab, dazwischen liegt nur Fjord um Fjord.


Und hier geht's zu meinem kompletten Norwegen Guide: Norwegen Reise planen: Mein kompletter Guide als Reiseberaterin


Die Route auf einen Blick: Norwegen Rundreise in 2 Wochen

Der Ablauf, damit du sofort ein Gefühl bekommst:

  • Bergen (2 bis 3 Nächte) als Tor zu den Fjorden

  • Hardangerfjord (2 Nächte)

  • Sognefjord und Naeroyfjord, Basis in Flåm oder Aurland (2 bis 3 Nächte)

  • Nordfjord und Loen (2 Nächte)

  • Geirangerfjord und Ålesund (2 bis 3 Nächte)

  • Heimreise ab Ålesund


Wie du das alles finanziell einordnest, habe ich hier aufgeschlüsselt: Was kostet eine Norwegen-Reise? Ehrliche Kosten einer Reiseberaterin


Etappe 1: Bergen, das Tor zu den Fjorden

Fangt in Bergen an. Die Stadt ist genau die richtige Einstimmung, entspannt, hübsch, überschaubar. Der alte Hafen Bryggen mit den bunten Holzhäusern, der Fischmarkt, ein Käfeli mit Blick aufs Wasser. Nehmt euch hier zwei bis drei Nächte, gerade wenn ihr müde vom Anreisetag seid. Ihr wollt ja nicht direkt am ersten Morgen schon wieder gehetzt weiter (dafür ist der Norden zu schön, um ihn verschlafen anzugehen).


Von hier übernehmt ihr dann euer Mietauto und fahrt in Richtung Fjorde.


Etappe 2: Der Hardangerfjord

Und schon kommt der erste grosse Fjord, ganz ohne lange Anfahrt. Der Hardangerfjord ist der sanftere, lieblichere unter den grossen Fjorden (im Frühling steht hier alles in Obstblüte, das ist ein eigenes kleines Wunder). Weniger überlaufen als der berühmte Geiranger, dafür mit einer Ruhe, die man sofort spürt.


Als Basis eignen sich Orte wie Eidfjord, Ulvik oder Lofthus. Von hier lohnt sich ein Abstecher zum Wasserfall Vøringsfossen, einem der eindrücklichsten des Landes.


Und wer gut zu Fuss ist und die Herausforderung sucht, startet hier zur berühmten Wanderung auf die Trolltunga (aber Achtung, das ist eine lange, anspruchsvolle Tour, nichts für nebenbei). Zwei Nächte reichen, um anzukommen und den Fjord auf sich wirken zu lassen.


Etappe 3: Sognefjord und Naeroyfjord

Jetzt wird es zum ersten Mal richtig gross. Der Sognefjord ist der längste und tiefste Fjord Norwegens, und sein Seitenarm, der Naeroyfjord, gehört zum UNESCO-Welterbe (und das zu Recht, der ist so schmal und steil, dass einem fast der Atem stockt).


Als Basis eignet sich die Gegend um Flåm oder Aurland. Von hier lohnt sich die berühmte Flåmsbahn, eine der schönsten Bahnstrecken der Welt, die sich durch die Berge schraubt. Und eine ruhige Bootsfahrt in den Naeroyfjord ist einer dieser Momente, die einfach bleiben. Plant zwei bis drei Nächte ein, dann habt ihr Zeit, auch mal einfach nur dazusitzen.


Wenn du tiefer in die Fjord-Region eintauchen willst, habe ich das hier ausführlicher beschrieben (und funktioniert noch lange nicht nur für Familien): Familienreise durch Norwegen: Entspannt unterwegs zwischen Fjorden, Bergen und Wikingern


Blick vom Wasser auf Bryggen in Bergen im Sommer vor grünem Wald
Bergen enttäuscht mit Bryggen auf keinen Fall und darf auf einer Norwegen Rundreise nicht fehlen

Etappe 4: Nordfjord und Loen

Statt direkt zum grossen Trubel weiterzufahren, gönnt ihr euch einen der schönsten und trotzdem noch ruhigeren Flecken Norwegens. Rund um Loen und Olden am Nordfjord wird die Landschaft fast schon übertrieben schön. Ein Highlight ist der Loen Skylift, eine Gondel, die euch auf über tausend Meter hinaufträgt, mit einem Ausblick, der einem die Sprache verschlägt. Und der Gletscherarm Briksdalsbreen ist zum Greifen nah (naja, fast).


Diese Etappe ist bewusst als Ruhepol gedacht, mittendrin in der Reise. Zwei Nächte, ein bisschen wandern, viel schauen, tief durchatmen. Und wer es aktiver mag, erkundet den Fjord in absoluter Stille vom Kajak aus. Von hier ist es dann nur noch ein Katzensprung zum grossen Finale.


Etappe 5: Geirangerfjord und Ålesund

Weiter geht's zum wohl berühmtesten Fjord überhaupt. Die Fahrt dorthin ist schon Teil des Erlebnisses (die Panoramastrassen hier oben sind spektakulär, plant unbedingt Zeit ein für Fotostopps, ihr werdet andauernd anhalten wollen). Der Geirangerfjord mit seinen Wasserfällen ist der Klassiker, den man einmal gesehen haben muss.


Und dann Ålesund, dieses hübsche Jugendstil-Städtchen am Meer, ein schöner, sanfter Abschluss der Fjord-Woche. Von hier hebt ihr ab in den Norden.


Ein kleiner Richtwert zu den Fahrzeiten auf dieser Strecke: Die Etappen liegen grob bei zwei bis fünf Stunden, aber (und das ist wichtig) in Norwegen sind Fahrzeiten trügerisch. Fähren, schmale Strassen und die vielen Stopps machen aus drei Stunden schnell einen halben Tag. Rechne das grosszügig, ich prüfe die genauen Zeiten und Fährverbindungen für konkrete Reisedaten immer einzeln.


Und was ist mit den Lofoten?

Jetzt zur Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: Warum sind die Lofoten hier nicht dabei? Ehrlich gesagt aus Überzeugung. Meine persönliche Meinung als Reiseberaterin ist klar: Für nur zwei Wochen empfehle ich die Kombination aus Fjorden und Lofoten nicht.


Der Grund ist einfach. Die Lofoten liegen weit im Norden, so weit, dass ihr entweder Tage im Auto verliert oder einen umständlichen Inlandsflug einbauen müsst, der nicht mal direkt geht (meist mit Umstieg in Oslo, Trondheim oder Bodø).


Beides bricht genau das, was eine gute Reise ausmacht: Den Fluss und die Ruhe. Ihr würdet zwei wunderschöne Regionen im Schnelldurchlauf erleben, statt einer davon wirklich nahezukommen. Und das ist mir zu schade.


Meine ehrliche Empfehlung sieht so aus: Wenn ihr beides wollt, plant mehr als zwei Wochen ein, dann geht die Kombination entspannt auf. Oder, und das finde ich fast schöner, macht die Lofoten zu einer eigenen Reise. Ein reiner Lofoten-Trip, im Sommer mit Mitternachtssonne oder im Winter mit Polarlichtern, ist so besonders, dass er die volle Aufmerksamkeit verdient.


Wie so eine Reise aussieht, habe ich hier beschrieben: Lofoten Rundreise: Wo das Licht nie so wirklich schläft


Und wo ihr dort am schönsten wohnt, hier: Beste Unterkünfte Lofoten: Handverlesen und Boutique.


Die Lofoten sind einen eigenen Trip wert, statt in zwei Wochen mit reingequetscht zu werden.


Vogelperspektive auf türkisblaues glasklares Wasser auf den Lofoten mit weissem Strand im Sommer, was ich als Reiseberaterin meinen Paaren empfehle
Die Lofoten haben ihre ganz eigene Stimmung und an mancher Ecke ganz schön was Karibisches. Sie schreien danach, in einem eigenen Trip entdeckt zu werden.

Heimreise

Und damit kommt eure Norwegen Rundreise für 2 Wochen zu einem entspannten Ende. Ab Ålesund geht es zurück nach Hause (die Verbindungen laufen meist über Oslo oder Kopenhagen). Wenn ihr mögt, könnt ihr sogar noch eine Nacht in Oslo einlegen und die Reise dort langsam ausklingen lassen, mit einem schönen Znacht und einem letzten Spaziergang, statt am letzten Tag durchzuhetzen.


Sommer oder Winter? Ein ehrliches Wort

Diese Route ist für den Sommer gedacht, und dafür gibt es einen klaren Grund: Nur dann sind die Bergstrassen offen, die Fjorde in voller Pracht und die Tage endlos hell. Im Winter ist Norwegen ebenso magisch, aber es ist eine andere Reise. Dann geht es nicht um Fjord-Rundfahrten, sondern um Polarlichter, Schnee und diese besondere arktische Stille (und einige der Panoramastrassen sind schlicht gesperrt).


Wenn euch also die Nordlichter locken, plant ihr anders, mit Fokus auf den Norden und die dunkle Jahreszeit. Was wann geht, klärt dieser Post: Die beste Reisezeit für Norwegen: Sommer, Winter und mein persönlicher Geheimtipp.


Und wer im Winter kommt, für den sind die Polarlichter das grosse Thema: Die Magie der Polarlichter - wo du Nordlichter am besten sehen kannst


Praktisches, das den Unterschied macht

Bucht die Unterkünfte früh, vor allem in den beliebten Fjord-Orten. Die guten sind im Sommer Monate im Voraus weg (das meine ich ernst, nicht einfach nur als Verkaufsfloskel).


Rechnet bei den Fahrzeiten grosszügig und plant Fähren und Mautstrecken mit ein, die gehören in Norwegen einfach dazu.


Und plant euch nicht jeden Tag randvoll. Die schönsten Momente auf so einer Reise sind oft die ungeplanten, der Stopp an der Strasse, weil das Licht gerade unglaublich ist. Lasst Platz dafür.


Diese Route ist ein Gerüst, kein Korsett

Ehrlich gesagt ist genau das der Punkt, an dem ich ins Spiel komme. Diese Route zeigt dir, wie zwei Wochen Norwegen wirklich gut funktionieren. Und es ist eine erste Idee, bewusst allgemein gehalten. Aber die Feinheiten (die richtigen Nächte pro Ort, die passenden Häuser für euren Typ, die Flüge, die Fähren, die richtige Reihenfolge der Fjorde) sind Puzzleteile, bei denen viel schiefgehen kann, wenn man es zum ersten Mal macht.


Ich mache das nicht zum ersten Mal. Ich baue euch aus diesem Gerüst eine Reise, die zu euch persönlich passt und bei der am Ende alles ineinandergreift, damit ihr euch einfach nur freuen könnt. Wenn ihr das wollt: Schreibt mir kurz, wann ihr reisen möchtet und was euch wichtig ist, und ich melde mich mit einem ersten Vorschlag.





FAQ zu Norwegen Rundreise

Reichen zwei Wochen für eine Norwegen-Rundreise?

Ja, wenn du dich fokussierst. Zwei Wochen reichen gut für die Kombination aus Fjorden und Lofoten, sofern ein Inlandsflug dabei ist. Wer versucht, alles mit dem Auto zu machen, verbringt die Reise auf der Strasse.


Kann man Fjorde und Lofoten in einer Reise verbinden?

Meine ehrliche Meinung: In 2 Wochen, nein. Die Lofoten liegen zu weit im Norden, ihr würdet entweder Tage im Auto verlieren oder einen umständlichen Inlandsflug brauchen. Für die Kombination empfehle ich mehr als zwei Wochen, oder die Lofoten als eigene Reise. So kommt jede Region wirklich zur Geltung.


Wann ist die beste Zeit für diese Norwegen Rundreise Route?

Für diese Sommer-Route etwa Ende Mai bis September, wenn Strassen und Fjorde zugänglich und die Tage lang sind. Für eine Winterreise mit Polarlichtern plant man anders, dazu mehr im Post zur besten Reisezeit.


Was kostet eine zweiwöchige Norwegen-Reise?

Das hängt stark von Reisestil und Saison ab. Eine ehrliche Aufschlüsselung in CHF findest du hier: Was kostet eine Norwegenreise? Ehrliche Kosten einer Reiseberaterin

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